Insektenwelt

Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen: Faszinierende Insekten und wichtiger Artenschutz

Neben der Imkerei beschäftigen wir uns seit vielen Jahren intensiv mit weiteren heimischen Insektenarten wie Hummeln, Wespen und Hornissen. Oft begegnen uns diese Tiere im Alltag mit Unsicherheit oder Vorurteilen – dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag für Natur und Ökosystem.

Durch persönliche Erfahrungen, Weiterbildungen und Schulungen entstand über die Jahre eine große Begeisterung für diese faszinierenden Insekten und ihre wichtige Rolle in unserer Umwelt.

Hummeln – friedliche Bestäuber mit beeindruckender Leistung

Im Jahr 2019 lernte ich einen Hummelzüchter kennen, der dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris) zur Bestäubung in Gewächshäusern einsetzt. Das tiefe Summen dieser großen und gleichzeitig friedlichen Insekten hat mich sofort fasziniert. Inzwischen leben auch in unserem Garten mehrere Hummelvölker, deren Königinnen dort überwintern.

Jedes Frühjahr aufs Neue ist es beeindruckend zu beobachten, wie die Hummelköniginnen nach dem Winter wieder ein neues Volk aufbauen und sich in unserer Blumenwiese sichtbar wohlfühlen. Hummeln gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer Natur und sind trotz ihrer Größe äußerst friedliche Tiere.

Hummel in einer Blüte


Wespen & Hornissen – oft missverstanden

Durch immer mehr Anfragen aus der Bevölkerung sowie aus dem privaten Umfeld entstand bereits 2019 der Wunsch, mich intensiver mit Wespen und Hornissen zu beschäftigen.

Daraufhin absolvierte ich beim Ministerium für Umwelt und Klima Baden-Württemberg eine mehrtägige Ausbildung zum Wespen- und Hornissenbeauftragten (Artenschutzberater).

Besonders der praktische Umgang mit diesen Insekten war eine faszinierende Erfahrung und hat meinen Blick auf Wespen und Hornissen nachhaltig verändert.

Viele Menschen verbinden Hornissen und Wespen zunächst mit Unsicherheit oder Angst. Dabei sind die meisten Arten friedlicher als ihr Ruf – vor allem dann, wenn ihre Nester respektiert und nicht gestört werden.


Die Asiatische Hornisse

Seit 2024 beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Asiatische Hornisse (Vespa velutina), die nicht mit unserer heimischen Hornisse verwechselt werden darf.

Die Asiatische Hornisse zählt zu den invasiven Arten und stellt unter anderem eine Gefahr für Bienenvölker dar. Aus diesem Grund habe ich an mehreren Schulungen an der Universität Hohenheim teilgenommen.

Aufgrund ihres Verhaltens und der besonderen Anforderungen bei der Nestentfernung empfiehlt es sich grundsätzlich, ausschließlich ausgebildete Fachkräfte mit der Entfernung eines Nestes zu beauftragen.

Funde von Einzeltieren oder Nestern sollten zudem an die zuständigen Stellen gemeldet beziehungsweise in die offizielle Meldeplattform des Landes Baden-Württemberg eingetragen werden.

asiatische Hornisse


Beratung, Bienenschwärme & Unterstützung im Enzkreis

Die gesammelten Erfahrungen und Kenntnisse gebe ich gerne weiter.

Daher bin ich bei der unteren Naturschutzbehörde im Enzkreis als Berater eingetragen und nehme regelmäßig an Fortbildungen und Nachschulungen teil.

Gerade bei Fragen rund um:

  • Wespennester
  • Hornissenvölker
  • Bienenschwärme
  • Verhalten der Tiere
  • Umsiedlungsmöglichkeiten
  • Schutz heimischer Arten


kann eine fachkundige Einschätzung oft hilfreich sein.

Besonders im Frühjahr während der Schwarmzeit werden wir regelmäßig kontaktiert, wenn sich Honigbienenschwärme in Gärten, an Häusern, bei Firmen oder an ungewöhnlichen Orten niederlassen.

Ein Bienenschwarm wirkt auf viele Menschen zunächst beeindruckend oder ungewohnt, ist in den meisten Fällen jedoch sehr friedlich. Die Bienen befinden sich dabei auf der Suche nach einer neuen Behausung und zeigen in dieser Phase meist ein ruhiges Verhalten.

Immer wieder ergeben sich dabei außergewöhnliche Einsätze. So konnte beispielsweise sogar ein Bienenvolk aus einem Kamin vor Beginn der Heizsaison erfolgreich umgesiedelt werden.

Gerne nehmen wir Bienenschwärme auf und geben ihnen in einer neuen Behausung ein Zuhause. Für viele Menschen ist es faszinierend zu beobachten, wie tausende Bienen gemeinsam als Schwarm unterwegs sind und anschließend sicher transportiert werden können.

Ein besonderes Erlebnis war im Jahr 2024 das Einfangen eines Bienenschwarms aus einem Fachwerkhaus in der Brettener Innenstadt. Das Volk lebt heute auf einer Streuobstwiese in Bretten und produziert dort Honig, der von der Stadtverwaltung mit eigenem Etikett vermarktet wird.